Zahlreiche Einwohner und Gäste sprechen sich mit ihrer Unterschrift, in Gesprächen und in Kommentaren auf facebook und in E-Mails gegen die Bebauungspläne aus. Viele äußern Erstaunen, Unverständnis und Enttäuschung, wenn sie von dem Projekt erfahren. Im Folgenden veröffentlichen wir einige Kommentare.

 

Die Nähe zur Natur und Beschaulichkeit von Wiesen und Buchenwäldern bieten mehr Erholung und Ruhe als jedes Wellness-Hotel oder Golfplatz. Zudem ist ggf. der Weltnaturerbetitel der Region gefährdet, wenn zu viel gebaut wird. Siehe Beispiel Waldschlößchenbrücke in Dresden und der damit verbundene Verlust des Kultutwelterbetitels.

Die Natur mit geschichtlichem Charakter soll bleiben!

Gerade die vielen freien Flächen machen den Erolungscharakter aus. Es gibt genug Wellnesseinrichtungen!

Vor ein paar Tagen kam ich aus dem nigerianischen Dschungel zurück – einem der letzten noch intakten Regionen eines geschundenen Landes. Ich war in einem Paradies – in dem auf einigen mit Elefantengras bewachsenen Hügeln die Rauchschwalben Westeuropas überwintern. (ein italienischer Ornithologe erreichte in 20 Jahren, dass dort die kleine Dorfgemeinschaft auf den Fang der Schwalben für den Verzehr und Verkauf verzichtet – trotzdem schrumpft die Schwalbenpopulation dramatisch und das liegt höchstwahrscheinlich nicht an den anderen benachbarten Dörfern, für die Schwalben noch eine der wenigen Proteinquellen sind, sondern an fehlenden bzw. gestörten Brutmöglichkeiten und dem massiven Einsatz der Pestizide hier in Europa.)
Abgesehen davon, dass Lohme im Sommer auch immer ein Ort der Schwalben war – was hat das mit der Entwicklung in Lohme zu tun?
Mir fallen einfach unzählige Parallelen ein, wie überall auf der Welt die Menschheit ihre vor Augen liegende Ressourcen und die Einmaligkeit dieser nicht erkennt und aufgibt.
Den Regenwald in Nigeria würde es schon längst nicht mehr geben, wenn dort nicht die letzten 300 Gorillas leben würden und einige „Spinner“ und „Rückwärtsgewandte“ für deren Schutz sogar ihr Leben riskieren. Das Versprechen an die dort lebenden Menschen, dass der Tourismus irgendwann auch ihr Leben verbessern wird, lässt verständlicherweise noch auf sich warten.
Es ist die Eigenart des Tourismus, dass er stets das Potenzial in sich trägt, sich selbst zu zerstören. Genauso wie es „den Touristen“ nicht gibt, wird man es auch nicht jedem Touristen recht machen können. Was macht es dann für einen Sinn, mit der gesamten Welt konkurrieren zu wollen, wo doch jeder die Chance hat, irgendwo hin zu gehen? Dieses Land bzw. Europa hat schon so viel seiner Einmaligkeit verloren – es sieht schon überall gleich aus und die Uniformität geht weiter. Vielleicht bin ich als visueller Mensch in dieser Beziehung besonders empfindlich – aber die Touristen kommen auch aus visuellen Gründen – und ich weiss von einigen, die schon nicht mehr kommen. Weil sie ihr nostalgisches Bild nicht zerstören wollen. Weil es z.B. kaum noch Feldwege gibt, auf denen man
sich mit der Erde einfach mehr verbunden fühlt als auf Beton und Asphalt.
Wir alle kennen doch das erfrischende Erlebnis in anderen Ländern, unverbrauchte Bilder zu sehen, neugierig sein zu können. Aber wenn die Landschaft, wegen der nunmal Rügentouristen kommen, immer mehr zur Ausnahme, einem Reservat verkommt und das Drumherum an gedankenlosen Auswüchsen in keinem Zusammenhang steht, ist Lohme wirklich nicht mehr einmalig.
Dieses an das Dorf angeklebte „Medical Center“ erscheint mir wie ein Fremdkörper, ein UFO – ein künstliches Gebilde das nichts mit gewachsenen Strukturen sowohl des Ortes als auch der Landschaft zu tun hat. Es wird ein weiterer „Unort“ von Rügen entstehen der nur wegen seiner Lage am Meer nie die Attraktivität ganz verlieren wird – auch Hongkong, das die Größe wie Rügen hat, ist in seiner Weise attraktiv – das triste Neddesitz hat dieses Glück am Meer zu liegen nicht – dem Dorf wurden damals auch blühende Zeiten vorhergesagt.
Man kann den Begriff Weitsicht verschieden auslegen und für seine Zwecke ge- oder miss- brauchen, aber ich verstehe nicht, wie leichtfertig hier etwas geopfert werden soll, das dem Ort gegeben ist – vielleicht weil es nicht greifbar in Zahlen ausdrückbar, unsichtbar, gewohnt ist?
Manch einem mag es Gewinn versprechen – mir kommt es einer Amputation gleich.
Sicher steht es mir als „Ex-Lohmer“ nicht zu, zu urteilen – aber je mehr ich in letzter Zeit als Berufsnomade in der Welt unterwegs bin, um so mehr schätze ich die Einmaligkeit dieser Koordinaten, meinem inneren Zuhause.
Und ich denke, dass Ihr alle selbst diese Erfahrung irgendwo als Tourist in der Welt gemacht habt. Die bildlichen Ausschnitte mit denen der Tourismus sich selbst bewirbt, werden immer enger, während die Lüge des Umfeldes immer offensichtlicher wird.
Bis keiner mehr kommt.

 

Wir hoffen, unsere Unterschriften können ein wenig dazu beitragen, das Irrsinns-Projekt in Lohme zu stoppen. Wir kommen auch deshalb so gerne nach Lohme, weil sich hier der ursprüngliche Charme Rügens erhalten hat. Kein Touristenrummel, keine überdimensionierten Bettenburgen, sondern :
Stille, Natur, versteckte Winkel, die wunderbare Aussicht, ein gewchsener Ort mit einem eigenen, unverwechselbaren Gesicht, das ist für uns Lohme – und natürlich die netten Menschen !

(…) Wir kommen seit Jahren nach Lohme in den Urlaub, um die Ruhe abgeschieden vom Trubel der Insel zu genießen. Ich habe im Nordmagazin den Beitrag über das möglicherweise geplante SPA-Hotel auf dem ehemaligen Gelände des Rügen-Radios gesehen. Ich glaube dass Leute, die ein Wellness- Luxus-Urlaub buchen wollen, nicht nach Lohme kommen, weil dort die Shopping-Gelegenheiten, Bars etc fehlen. Und die, die bisher nach Lohme kamen, weil sie dort das fanden, was sie woanders nicht finden, kommen dann auch nicht mehr, weil die Ruhe dann vorbei ist. (…) Die Insel braucht Grün und unberührte Landschaft, denn wegen der Natur kommen die Urlauber nicht wegen betonierter Anlagen. Betten gibt’s genug. Gibt es eine Unterschriftenaktion gegen diesen Plan? Und wie könnte man sich daran beteiligen? Ich hoffe auf weiterhin ruhige Ferien bei Ihnen und erwarte ungeduldig Ihre Antwort.

Aus der Großstadt fahre ich hier her, um mich im natürlichen Raum zu erholen. Wellness-Oasen sind hier bereits 2 vorhanden mit sehr großem Bettenangebot !!!

Meiner Meinung nach sollten die Kommunen auf Rügen verstärkt Naturschutz betreiben und die ursprüngliche Landschaft bewahren. Das ist es, was Gäste zukünftig suchen – Ruhe und ursprüngliche Natur/Landschaft. Das ist nachhaltiger und zukunftssicherer Tourismus. Wellness-Einrichtungen werden uninteressanter.

Ich komme so gerne hierher, weil Lohme so unberührt ist. Bewahrt euch und uns dieses Lohme.

Was ist der Sinn dieser Projekte ?
 Soll es dabei wirklich um eine Verbesserung der Gemeindesituation gehen oder welche Interessen rechtfertigen diese massiven Eingriffe in eine einzigartige Kulturlandschaft? Nur eine Unterstützung der Gemeinden in ihrer EINZIGARTIGKEIT ist meines Erachtens wirklich nachhaltig – im Sinne der Interessen Aller und nicht Einzelner.

Ich mache seit Jahren in Lohme Urlaub. Ein Grund ist die Ruhe und Abgelegenheit. Die Funkmasten sind das Wahrzeichen Lohmes und müssen stehen bleiben! Aus dem Ruhrgebiet kommend möchte ich doch auf den dortigen Erhalt alter Industrieanlagen und deren Erfolg hinweisen.

Qualität statt Quantität! Das würde Rügen sehr gut tun. Jede Gemeinde denkt nur an sich, im Bezug zum Ganzen denken … !!!

Wir kommen seit Jahren nach Lohme, weil dort kein Massentourismus für Unruhe sorgt!